Maschenprobe

Ungeliebte Maschenprobe

Kennst du das auch? Da hält man einige Knäuel und/oder ein neues Strickmuster in der Hand, das nur darauf wartet, von dir verstrickt zu werden. Toll fühlt es sich jetzt schon an, wie mag erst das fertige Teil sein? Doch dann kommt es über dich – wie eine kalte Dusche, die bittere Erkenntnis: du solltest eine Maschenprobe machen!

Plötzlich sitzen Engelchen und Teufelchen auf den Schultern deiner strickbereiten Arme.
Engelchen spricht mit sanfter Stimme zu dir: „Mach besser eine Maschenprobe. Das ist vernünftig. Alles andere ergibt sich dann von selbst. Schau, die Wolle hat so viel Geld gekostet, willst du sonst wieder aufribbeln und diese Wolle unnötig strapazieren?“
Teufelchen hält dagegen:“ Lass es! Reine Zeitverschwendung! Es wird schon irgendwie gutgehen. Du bist doch kein Anfänger. Maschenproben sind nur etwas für Warmduscher und Socken-auf-links-Bügler.“
Auf wen hörst du nun?

Lange Zeit – und damit meine ich wirklich lange Zeit (ich rede hier von Jahren) hat sich Teufelchen bei mir durchgesetzt. Ungeduldig wie ein Kind zu Weihnachten konnte ich es nicht abwarten, wirklich loszulegen. Ganz nach Teufelchens Motto „es wird schon irgendwie gutgehen“.

Doch irgendwie, und ich gebe es z.T. ungern zu, bin ich älter und damit wohl zumindest in dieser Hinsicht weiser geworden. Nun mache ich fast immer eine Maschenprobe, bevor ich mit dem eigentlichen Strickteil loslege. Ist garnicht so schlimm.
Das kam daher, dass ich im Laufe der Zeit mehr und mehr dazu übergegangenbin, immer weniger die Wolle zu verwenden, die in den gängigen Anleitungsheften vorgegeben ist. Da bleibt einem, wenn man dann auch noch die Größe anpassen muss, gar nichts anderes übrig als eine vernünftige Maschenprobe zu machen. Abgesehen davon sprechen nun wirklich einige gute Gründe für eine Maschenprobe:

  • von der Anleitung abweichende Materialverwendung
  • verwendete Nadelstärke
  • Größenanpassung
  • es wird sichtbar, ob das Muster überhaupt zum verwendeten Garn passt
  • die eigene Strickweise und „Fadenspannung“ des eigenen Zeigefingers
  • die angegebene Maschenprobe auf der Banderole kann nur ein Richtwert sein

Habe vor kurzem erst eine wundervolle, weiche, flauschige Wollqualität (die Felia von Schoeller + Stahl) in den Händen gehalten und wollte damit ein Top in Oversize-Maßen häkeln. Das Ganze sollte quer sowie Vorder- und Rückenteil in einem Stück gehäkelt werden. Nach ca. 6-7 Reihen, die mich bis dahin nicht wenig Zeit gekostet hatten, musste ich feststellen, dass diese Wolle für dieses Projekt völlig ungeeignet war. Das Maschenbild wurde viel zu kompakt, die Flauschigkeit wurde eingebüßt und das Teil wäre als Endprodukt viel zu schwer geworden. Dabei ist die Felia locker gestrickt ein Träumchen! Hätte ich vorher erst einmal ein Probeläppchen ausprobiert, hätte ich mir viel Zeit sparen können.

Mein Fazit: Maschenprobe ist für mich definitiv keine Zeitverschwendung! Auch hierbei gilt: Es gibt nichts Gutes – außer man tut es!

 

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